Hiller, B.S.: Rutschpartie im Amtsgericht


Hiller, B.S.: Rutschpartie im Amtsgericht

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„Scheiß Weihnachten!“ Angeekelt betrachtete Staatsanwalt Hermann to Büren einen schlappen Spekulatius und warf ihn durch mein offenes Bürofenster in das Schneetreiben hinaus, das seit etwa einer Stunde die Dächer, Schornsteine und Fördertürme von Glandrop weiß puderte. Dann nahm er seinen Zigarrenstummel aus dem Aschenbecher, stellte fest, dass er ausgegangen war und warf ihn hinterher. Genussvoll kratzte er sich am Bauch, versuchte mit mäßigem Erfolg, das Hemd in die Hose zu stecken und stemmte sich aus meinem Besuchersessel hoch. „Ich glaube, es wird Zeit.“ Ich sah auf die Uhr. „Stimmt. Warte einen Augenblick, ich guck nach, ob die Luft rein ist.“ Trotz des offenen Fensters waren Hermanns Zigarren bis auf den Flur zu riechen.  „In Ordnung, geh schon mal, ich komm gleich hinterher.“ Hermann grunzte missmutig und marschierte zum Aufzug. Ich schloss die Tür, schüttete die Asche ins Waschbecken, drehte das Wasser auf und holte aus dem Schrank eine Dose Raumspray, deren Aufschrift stolz verkündete: „Stoppt die übelsten Gerüche auf dem Klo und in der Küche“. Nachdem ich Büro und Flur eingenebelt hatte, versteckte ich Aschenbecher und Spraydose im Schrank und machte mich ebenfalls auf in die Sitzung.

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